Selbstverteidigung

Selbstverteidigung wird allgemein zunächst die Verteidigung des Körpers gegen Übergriffe von Dritten, auch als Notwehr verstanden. Wir schützen uns vor körperlichem Leid, eine anerkannte, unterstützenswerte Fähigkeit. Selbstverteidigungskurse gibt es so viele verschiedene, wie es Selbstverteidigungstechniken gibt. Schon Kinder lernen sich, notfalls mit Waffengewalt selbst zu schützen.

Aber was ist, wenn unser Selbst angegriffen wird? Wie schätzen wir unsere zarte Seele? Welche Schutzvorkehrungen können wir dafür treffen, welche Techniken erlernen wir hierfür? Viel öfter leiden wir doch unter den Angriffen auf unser Innerstes, und benötigen dafür geeignete Strategien. Diese Selbstverteidigung wird übrigens oft als Selbstbehauptung definiert. Mit diesem Begriff wird die Durchsetzung der eigenen Rechte mit verbalen, unverletzenden Mitteln bezeichnet. Allerdings haben es besonders Menschen mit geringem Selbstwertgefühl, rhetorisch schwache Menschen oder Menschen mit geringem sozialem Wissen schwer, ihre Bedürfnisse und Ansichten gegenüber anderen durchzusetzen. Und oft kommt es aus mangelnder Selbstverteidigung auch zu einer „Verformung“ des Selbst von außen. Ein Schutzmechanismus gegen die gängige Gleichmacherei fehlt oft, gerade Kinder sind dagegen noch nicht gefeit und werden regelrecht „verbogen“. Wie naturgewollt könnten wir aufwachsen mit einem Schutzschild gegen die Schamattacken, die uns immer dann sehr treffen, wenn wir etwas wagen, das wir noch nie gewagt haben. Ein Schutzanzug gegen die Erfahrung des schmerzlichen „Getrenntseins“, wenn uns etwas nicht (gleich) gelingt. Wenn wir nicht angenommen werden, weil wir den üblichen Normvorstellungen nicht entsprechen. Ein Nichts-hören-nichts-sehen-Automatismus wäre immer dann hilfreich, wenn wir unnötig verbal verletzt werden. Und manchmal benötigten wir eine Selbstverteidigung im Sinne „der Verteidigungen des Lebens gegen das, was dauernd geschah und gegen sich Selbst und die Lust aufzugeben“ (Zitat aus O von Lutz Seiler). Denn bevor andere uns etwas anhaben können, haben wir uns meist erst selbst „im Stich gelassen.“

Manchmal nehmen wir eine Attacke selbst nicht so wichtig und merken erst „danach“ wie schmerzvoll sie war. Oder wir verteidigen uns nur halbherzig und der Angreifer versteht den Ernst der Lage (so) nicht. Wichtig auch in dieser Kommunikationssituation: Fokussieren wir unser gegenüber, und sprechen wir es direkt an, so lassen wir keinen Zweifel wer gemeint ist – so haben eine Chance ihn zu stoppen!

Wem zudem öfter die Schlagfertigkeit im entscheidenden Moment abhanden kommt, oder wer sich nach einer (zu heftigen) Retourkutsche öfter in (vermeidbaren) Konflikten wiederfindet, der kann sich zum Beispiel bei Barbara Berkchan nach Strategien umsehen, es lohnt sich!

Sie ist Kommunikationstrainerin und Sachbuchautorin – die Expertin für Selbstsicherheit und gute Kommunikation. Sie hat Pädagogik und Psychologie studiert, seit über 20 Jahren hält sie Vorträge und führt Trainingsseminare in Firmen, Behörden und Verbänden durch.

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