Selbstverpflichtung

Selbstverpflichtung

Wir haben eine Selbstverpflichtung gut für uns zu sorgen, die ganze Verantwortung für uns zu übernehmen. Wir möchten uns doch auf uns verlassen können? Genau so wie auf einen sehr guten Freund, der immer für uns Zeit hat, wenn wir ihn brauchen. Der weiß, was uns gefällt und gut tut. Die ganze Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, hat für unsere persönliche Entwicklung und unseren Erfolg weitreichende positive Folgen. Wenn wir verlässlich sind, benötigen wir keinen Antreiber von außen, wir stehen zu dem was wir uns versprochen haben.

Es ist ein Vertrag mit uns selbst, liebevoll, diszipliniert und dauerhaft für uns da zu sein. Ziele, die wir uns gesetzt haben, verfolgen wir dann auch- bis wir sie wirklich erreicht haben! Dazu brauchen wir Kraft und Energie. Wir können uns nur gut, um uns selbst und andere kümmern, wenn wir „gut gefüllt“ sind. Wir haben eine Selbstverpflichtung uns gut zu „versorgen“, und zwar in allen drei Dimensionen: Körper, Geist und Seele. Doch ist das nicht egoistisch sich selbst an erste Stelle zu setzen? Um diese Frage zu beantworten gibt es eine wunderbare Schrift von Bernhard von Clairvaux:
„Wenn du weise bist, wirst du dich daher als Schale, nicht als Rohr erweisen. Das Rohr nimmt fast zur gleichen Zeit auf und ergießt wieder, was es aufgenommen hat; die Schale aber wartet, bis sie voll ist, und gibt so, was überfließt, ohne eigenen Verlust weiter, denn sie weiß, dass der verwünscht ist, der seinen Anteil mindert. (…)

Lerne auch du, nur aus dem Vollen auszugießen, und wünsche nicht, freigebiger als Gott selbst zu sein. Die Schale ahme die Quelle nach: Jene ergießt sich nicht in den Bach oder breitet sich zu einem See aus, ehe sie sich an den eigenen Wassern gesättigt hat. Die Schale schäme sich nicht, dass sie nicht verschwenderischer als ihre Quelle ist. Hat sich denn nicht jene Quelle des Lebens selbst, voll in sich und voll durch sich, zuerst sprudelnd in die nächsten Einsamkeiten der Himmel ergossen und alles mit Güte erfüllt und dann erst, nachdem sie die oberen und geheimnisvolleren Teile angefüllt hatte, sich über die Erde ergossen und aus ihrer Überfülle Menschen und Tieren dadurch Heil gebracht, dass sie ihr Erbarmen vervielfacht hat? Zuerst hat sie die innersten Tiefen erfüllt, und als sie so in ihrem großen Erbarmen überströmte, hat sie sich über die Erde ergossen, sie getränkt und in Fülle bereichert (Ps 64,10). Handle also auch du ebenso! Werde zuerst voll, und dann magst du daran denken, aus deiner Fülle zu geben. Eine gütige und kluge Liebe pflegt zuzuströmen, nicht zu verrinnen.“

Wir sollten uns selbst gut kennenlernen und beobachten (vgl. Selbstreflexion), um zu lernen was füllt meine Schale, was leert sie?

3 Fragen und Anregungen dazu:

1 Das A&O der körperlichen Gesundheit ist unsere „Dauermedizin“ Genau! Unsere Ernährung.

Kennen wir unsere Konstitution gut genug, um uns die richtige Nahrung zuzuführen? Machen wir uns ausreichend Gedanken um die Qualität unserer Lebensmittel?

Es ist nicht so wahnsinnig schwer seine Nahrung gut und abwechslungsreich auszuwählen. Am besten Produkte aus biologischem und regionalem Anbau und passend zur Saison wählen. Zudem auf geschmackliche Abwechslung achten, denn so können wir sicher sein, von allen Nährstoffen etwas abzubekommen. Und ja alle Geschmacksrichtungen zu essen meint auch mal etwas „Bitteres“, denn Bitterstoffe benötigt zum Beispiel unsere Leber! Das Saures meist viel Vitamin C enthält, haben wir ja bereits gelernt. Und Süßes? Seelenfutter, klar…

 

2 Was verleiht Deiner Seele Höhenflüge? Die Seele pflegen.

Für den einen ist es vielleicht die Abwechslung: ein schönes Konzert, eine bewegende Ausstellung, ein Roman. Für den anderen eher die Nähe und das Miteinander bei einem Spielabend, gemeinsamen Musizieren oder sonst einer geselligen Runde im Freundeskreis. Egal was es für Dich ist: Triff eine Verabredung mit Dir selbst, Dir diese für Dich Lebensnotwendigen Tankstellen zu gönnen. Und sei Dir selbst so treu, wie Du es einem Freund wärst. Sorge gut für Abwechslung und Inspiration, sie geben Dir Kraft: Lass nichts zwischen Dich und Deine Verabredung mit Dir kommen.

 

3 Was hilft den Kopf mal frei zu machen? Den Geist klären.

Viele von uns haben Kopfkino, das sie eigentlich nicht sehen wollen. Kreisen sehr um das Gestern und das Morgen – wir wissen es ist das Jetzt, das zählt. Doch alle Anforderung an uns verlangt eben auch weise Rück- und Vorausschau.

Das richtige Maß an An- und Entspannung ist wichtig, ganz bewusst Pausen für den Kopf einlegen. Und wenn der Kopf nicht so will wie wir, dann können wir tatsächlich Meditationstechniken erlernen oder mit autogenem Training arbeiten. Manchmal genügen jedoch schon ein paar ganz einfache Rituale, die uns die Klarheit ins Hier und Jetzt bringen:

 

Am Morgen:

Den Tag morgens zu strukturieren und wichtige Dinge zu visualisieren kann unglaublich beflügeln, denn allem Anfang liegt ein Zauber inne.

Eine wunderschöne Morgeninspiration sind folgende drei Fragen:

1 Was kann ich heute für mich tun? Welche Verabredung treffe ich heute mit mir zu meinem Wohl?

2 Was kann ich heute für Dich tun? Wem kann ich heute eine kleine Freude bereiten?

3 Was kann ich heute für uns tun? Gibt es etwas, das Du heute für unsere Umwelt tun möchtest?

 

Am Mittag:

Gönn Dir doch mal ein Nickerchen von 20 Minuten, das wirkt unglaublich belebend. Und wenn das nicht geht, dann nutze die Mittagspause vom Büro für einen kurzen Spaziergang, und schau genau hin, was Du zu sehen bekommst, befreie Deinen Kopf kurz von allen Jobgedanken. Beides wird Dir eine hilfreich neue Sicht auf Deine Alltagsanforderungen bescheren – versprochen!

 

Am Abend:

Den Tag vor dem zu-Bett-Gehen gedanklich bewusst abschließen. Gerne aufschreiben, was heute gut gelaufen ist, schön war, wofür wir dankbar sind! Und neben dem Bett einen Zettel deponieren, der alle Gedanken für den folgenden Tag aufnehmen kann: „Das darf ich morgen nicht vergessen“.Denn hilfreiche Gedanken sind es wert festgehalten zu werden, für alle anderen gilt es ein lautes Stopp zu setzen.

Merke: Sich zu sorgen, ist wie für etwas zu beten, von dem man nicht möchte, das es geschieht!

 

 

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