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Kleiner „Selbst“-Test

Unsere Kraft, unsere Lebensfülle, unser „Lebenssaft“ kann immer nur so hoch steigen, wie es ihm die niedrigste „Lebens-Planke“ erlaubt. Zur Verbildlichung stellt Euch den Bau eines Weinfasses vor, jede Holzplanke des Fasses entspricht einem Lebensbereich und je besser ausgeprägt dieser Bereich ist, desto höher ist das Brett. Nun ist es nur natürlich, dass nicht jeder Lebensbereich jederzeit seine volle Größe erreichen kann. Denn die Zeit und Aufmerksamkeit, die wir verteilen können ist nun einmal begrenzt. Das heißt die Bretter sind unterschiedlich hoch, wenn aber ein Bereich völlig unterentwickelt ist, dann verhindert das, dass der Lebenssaft insgesamt auf eine gutes Niveau steigt. Es fehlt uns insgesamt wichtige Kraft und wir geraten aus dem Gleichgewicht.

Ein Mangel an Kraft und Stabilität wirkt sich wiederum direkt auf unser Gefühlsleben. In den folgenden 9 Dingen zeigt sich ein emotionales Ungleichgewicht deutlich:

  1. Wir können unsere eigenen Emotionen nicht mehr so gut kontrollieren, im Hier und Jetzt damit umgehen. Natürlich fällt uns das besonders schwer im Hinblick auf Frust, Trauer oder Angst. In Zeiten der Überforderung neigen wir dazu solche Gefühle zu verdrängen, anstatt sie zu verarbeiten. Wir werden in Folge immer wieder in ähnliche Situationen geraten. Nach einer Trennung von einem geliebten Menschen zum Beispiel ist es notwendig, den Frust und die Trauer zu verarbeiten. Wer sich direkt in ein neues Liebesabenteuer stürzt wird höchstwahrscheinlich bald wieder vor den gleichen Beziehungsproblemen stehen.
  1. Wir nehmen alles persönlich , was andere tun oder sagen. Es scheint der eigene Wert hängt davon ab, was andere über uns sagen, oder tun. Jedes unbedachte Wort legen wir dann auf die Goldwaage und fehlende Beachtung werten wir als Liebesentzug. Dabei ist nichts davon ein persönlicher Angriff, sondern wir könnten auch auf Probleme unseres Gegenübers schließen. Vorausgesetzt wir sind gut verankert in unserem Selbst und haben Empathie für andere.
  1. Typisch ist auch, oft Vergangenem nachzuhängen. Klar, wenn wir Schwierigkeiten mit dem Hier und Jetzt haben, weil es gerade nicht so läuft, es kein lohnenswertes Ziel gibt, oder wir keine Kraft haben unser Ziel zu verfolgen, dann schwelgen wir in Erinnerungen „an bessere Zeiten“. Solange daraus kein „hätte ich damals – dann würde es jetzt besser sein“ folgert, kann das vorübergehend auch einfach mal tröstend sein.
  1. In Folge versinken wir in Selbstzweifeln. Eins der größten Probleme von Personen, die von mangelndem Selbstbewusstsein und emotionaler Labilität betroffen sind, ist das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Das Selbstbild wird von Zweifeln bestimmt, die von der Umwelt an die Person herangetragen werden. Emotional Stabile übernehmen diese Zweifel nicht, sondern haben Vertrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten.
  1. Auch bezeichnend ist die Angst vor Neuem und der Versuch Veränderungen möglichst aufzuhalten. Klar bringen Veränderungen immer Überraschungen mit sich. Eine Garantie dafür, dass sich alles wie gewünscht entwickelt gibt es nie. Fühle ich mich im neuen Job wohl? Lohnt es sich, für diese Liebe in eine andere Stadt zu ziehen? Wenn wir kräftig sind, ist uns das egal und wir freuen uns einfach auf den reizvollen Neubeginn. Fehlt uns Kraft, dann verharren wir in Gewohnheiten.
  1. Und logischerweise sehen wir dann gerne alles schwarz, oder zumindest dunkelgrau. Wir haben das Gefühl, das alles schief läuft. Das Vertrauen in unsere Fähigkeiten und in den Fluss des Lebens nimmt ab. Natürlich bedeutet das Verfehlen eines Ziels nicht, dass zukünftig jedes Projekt scheitern wird. Ein starkes Zeichen für emotionale Stabilität ist es, auch in anstrengenden Zeiten an sich und die eigenen Ziele zu glauben.
  1. Ungeduldig, Ungerecht und Unbedacht sind wir dann und unsere Launen verführen uns Dinge zu tun, die wir zu später sehr wahrscheinlich bereuen. In einer Diskussion ist es beispielsweise eine häufige Reaktion, laut zu werden und sich im Ton zu vergreifen, wenn man sich angegriffen fühlt. Wer seine Emotionen aber im Griff hat, schafft es auch in einer hitzigen Debatte ruhig zu bleiben und seine Argumente sachlich vorzubringen – ohne dabei laut oder persönlich zu werden.
  1. Fehler verschweigen, ohne daraus zu lernen, ist sinnlos. Nicht der Fehler an sich! Eine ungute Fehlerkultur, das Verschweigen von Missgeschicken und häufiges Erfinden von Ausreden ist ebenfalls typisch, wenn wir auf halber Kraft, bzw. in Schonhaltung laufen. Natürlich wissen wir eigentlich, das man zu seinen Fehler stehen sollte; und wir etwas lernen aus ihnen lernen können, wenn wir hinschauen und sie analysieren. Tun wir das nicht laufen wir auch hier Gefahr, dass uns die Situation wieder und wieder begegnet und wir den gleichen Fehler immer wieder machen.
  1. Wir Frauen neigen, glaube ich, mehr dazu es immer allen recht machen zu wollen. Sicher ist ein großes Harmoniebedürfnis dafür verantwortlich. Aber oft auch die Unsicherheit, ob wir den Ansprüchen genügen. Egal, ob unserem eigen Perfektionismus oder den Erwartungshaltung anderer; unsere Gesellschaft krankt am Leistungsdenken, das Heil liegt nur in produktivem Tun. Manche beruhigt das Wissen, dass man es nie allen recht machen kann. Manche weiß, dass sie einfach auch mal nur „sein“ darf und dass das auch etwas segensreiches ist. Und: Es wird immer jemanden geben, der etwas an uns und unseren Werten auszusetzen hat.

 

Ein ehrlicher Selbst-Test alle paar Monate steigert unsere Lebensqualität enorm, Der Blick für die Dinge, die unser Leben begleiten wird wieder zurecht gerückt. Wir lassen los, was wir als hinderlich erkennen. Die eigenen Ziele werden überdacht und eventuell neu gesteckt. Hoffentlich alle Erfolge gefeiert! Unterstützern werden wir danken. Die Verhinderer und Vermeidungstrategien können wir identifizieren und verabschieden. Und so machen wir inneren Frieden, der sich positiv auf unsere gesamte Umgebung auswirkt. Veränderung beginnt schließlich bei uns selbst.

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